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Course Camarguaise

In verschiedenen Orten in der Camargue finden das ganze Jahr über Veranstaltungen statt, die mit schwarzen Stieren einhergehen und kaum jemand behält dabei den Überblick welche Veranstaltungen man sich als Besucher anschauen kann, vor allem auch mit Kindern.


Da ich immer wieder auch mit Menschen spreche, die eine Course Camarguaise mit einem Corrida verwechseln, möchte ich heute kurz etwas darüber schreiben. Vielleicht wecke ich auch bei dem einen oder anderen das Interesse, eine Course Camarguaise zu besuchen.


Der erste und wichtigste Unterschied zwischen einer Course Camarguaise und einem Corrida ist das der Stier bei der Course Camarguaise NICHT GETÖTET wird, hingegen wird bei einem Corrida der Stier durch einen geziehlten Stich ins Herz in der Arena, vor den Augen der Zuschauer, getötet.


Ich gehöre weder zur der Gruppe die eine Corrida gut heißen, noch zu den Gegnern.

Ich entscheide also, ob ich mir eine solche Veranstaltung anschauen möchte oder nicht. Bis heute konnte ich mich nicht dazu überwinden und ich glaube auch nicht, dass ich mir einen Corrida in naher Zukunft anschauen möchte.


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Eine Course Camarguaise ist hingegen ein sportlicher Wettkampf der sogenannten Raseteure.

Die Raseteure sind junge, in Weiß gekleidete Männer, die sich vorsichtig und flink einem jungen Stier nähern um die zwischen den Hörnern befestigten Stoffbänder mit einem Crochet, einer Handkralle die mit feinen rasierscharfen Klingen besetzt ist, abschneiden zu können.

Dabei bleibt der Stier unverletzt.




Für die Raseteure ist dieser Wettkampf hingegen nicht ganz ungefährlich. Sie müssen dem Stier so schnell wie möglich entkommen. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, denn auch die Stiere sind flink und springen dabei gerne das eine oder andere Mal über die Holzbretter der Arena, die zum Schutz der Raseteure dienen.

Es gibt bei diesem waghalsigen Wettkampf auch Unfälle, meist betrifft dies aber die Raseteure, die mit Prellungen oder Knochenbrüchen ins Krankenhause eingeliefert werden müssen.




An der Course Camarguaise nehmen mehrere Stiere teil. Jeder von ihnen verbleibt für fünfzehn Minuten in der Arena und darf Abends wieder zu seinen Artgenossen auf die Weide. Die Besitzer der Stiere werden für den Einsatz ihrer Stiere in den Arenen bezahlt. Wenn sich der Stier beim Wettkampf charakterstark und angriffslustig zeigte und somit auch das Publikum begeisterte, wird er wiederholt 'gebucht' und eingesetzt. Die eingesetzten Stiere sind schwarze Camargue-Stiere und nicht zu verwechseln mit den spanischen schwarzen Stieren, die für einen Corrida gezüchtet werden.






Die Raseteure bekommen für jedes abgeschnitten Bändchen unterschiedlich viele Punkte und Geld.


Die Wettkämpfe sind immer super spannend und interessant.

Vielleicht schaut ihr Euch einfach mal eine Course Camarguaise an. Ich kann sie jedem empfehlen, der sich für die Traditionen und Bräuche in der Camargue interessiert.



Bleibt gesund !

Herzliche Grüße aus der Camargue


Eure Alexandra





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